Ungarn: Notenbank-Vize Kurali hält WKM-II-Beitritt bis Anfang 2029 für möglich
Ungarns Notenbank-Vize Zoltán Kurali drängt auf den Weg in den Wechselkursmechanismus II. Frühester Euro-Termin wäre nach seiner Rechnung der 1. Januar 2032.
Seit dem 1. Januar 2026 nutzen 21 EU-Staaten den Euro – zuletzt kam Bulgarien hinzu. Wir verfolgen, welche Länder als Nächstes folgen, welche noch ihre eigene Währung behalten und wer über einen EU-Beitritt verhandelt.
Um den Euro einführen zu können, muss ein Land zunächst Mitglied der EU sein, anschließend die Konvergenzkriterien erfüllen und mindestens zwei Jahre stabil am Wechselkursmechanismus II teilnehmen.
Aufnahme als Mitgliedstaat der Europäischen Union.
Beschluss des EU-Rats und Umstellung auf die gemeinsame Währung.
Diese EU-Mitglieder nutzen weiterhin ihre eigene Währung.
Entwicklungen rund um Euro, Eurozone und EU-Erweiterung.
Ungarns Notenbank-Vize Zoltán Kurali drängt auf den Weg in den Wechselkursmechanismus II. Frühester Euro-Termin wäre nach seiner Rechnung der 1. Januar 2032.
Beim Referendum am 29. August 2026 stimmen 52,8 Prozent der Isländer gegen neue EU-Beitrittsverhandlungen. Damit ist auch die Frage einer Euro-Einführung vorerst vom Tisch.
Ein erster Versuch, die nächsten Verhandlungscluster für Ukraine und Moldau freizugeben, scheiterte im Juli an Ungarn. Am 1. September steht der nächste Anlauf an.
Am 14. Juli 2026 hielt die EU vier Beitrittskonferenzen an einem Tag ab. Montenegro und Albanien schlossen Verhandlungskapitel, die Ukraine und Moldau öffneten ihren zweiten Cluster – der sichtbarste Erweiterungsschub seit über 20 Jahren.
Seit dem 1. Januar 2026 nutzen 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten den Euro. Zuletzt führte Bulgarien die gemeinsame Währung ein, davor Kroatien im Jahr 2023.
Sechs EU-Mitglieder nutzen weiterhin ihre eigene Währung: Dänemark, Schweden, Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Dänemark hat ein dauerhaftes Opt-out.
Einen festen Termin für ein weiteres Euro-Land gibt es derzeit nicht. Zuletzt führte Bulgarien den Euro zum 1. Januar 2026 ein. Von den übrigen Ländern ohne Euro – Rumänien, Polen, Tschechien, Ungarn und Schweden – hat keines ein verbindliches Einführungsdatum; Ungarn nennt als politisches Ziel etwa 2030. Der EZB-Konvergenzbericht vom Juni 2026 erwartet kurzfristig keinen weiteren Beitritt.
Alle EU-Mitglieder ohne Euro sind – bis auf Dänemark mit seinem Opt-out – vertraglich verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die Kriterien erfüllen: Rumänien, Polen, Tschechien, Ungarn und Schweden. Wie schnell das geschieht, entscheidet jedes Land selbst; derzeit treibt keines davon einen baldigen Beitritt aktiv voran.
Ein Land muss zuerst EU-Mitglied sein, dann die vier Konvergenzkriterien (Maastricht-Kriterien) erfüllen und mindestens zwei Jahre stabil am Wechselkursmechanismus II teilnehmen. Anschließend beschließt der EU-Rat die Euro-Einführung.
Aktuell verhandeln unter anderem die Westbalkanstaaten Montenegro, Serbien, Albanien, Nordmazedonien sowie Bosnien und Herzegowina über einen Beitritt. Seit 2024 verhandeln auch die Ukraine und Moldau; die Türkei und Georgien sind Kandidaten mit ruhendem Prozess.
Die Konvergenzkriterien legen Grenzwerte für Inflation, Haushaltsdefizit (max. 3 % des BIP), Schuldenstand (max. 60 % des BIP), Wechselkursstabilität und langfristige Zinsen fest, die ein Land vor der Euro-Einführung erfüllen muss.