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22.03.15 17:25

Telekom bietet eigenes Wettportal an

 

Die Sportwettenanbieter freuen sich über steigende Einnahmen. Dabei bewegt sich der Markt hierzulande nach wie vor in einer rechtlichen Grauzone. Die Deutsche Telekom hat nun Tatsachen geschaffen und bietet seit Kurzem ebenfalls Sportwetten im Internet an.

Dabei wendet das Telekommunikationsunternehmen einen kleinen Trick an. Denn auf eine gültige Konzession wartet die Telekom nach wie vor. Aufgrund der Rechtslage haben sich viele Anbieter komplett aus dem deutschen Sportwettenmarkt zurückgezogen. Ein Beispiel ist der Buchmacher Youwin wie auf Fussballwetten.info beschrieben.

 

Telekom mit österreichischer Wettlizenz unterwegs

Offenbar hat die Telekom die Hoffnung aufgegeben in absehbarer Zeit an eine deutsche Sportwettenlizenz zu kommen. Hierzu hatte das Unternehmen 64 Prozent der Deutschen Sportwetten GmbH (DSW) übernommen. Ursprünglich wurde die DSW von der Österreichischen Sportwetten GmbH (ÖSW) gegründet, welche nun die Mehrheit an die deutsche Tochter abgegeben hat. Somit arbeitet die Telekom nun mit österreichischer Lizenz.

 

Einige Lizenzen stammen noch aus DDR Zeiten

Der deutsche Sportwettenmarkt wird immer unübersichtlicher und bewegt sich aufgrund fehlender Regelungen in einer rechtlichen Grauzone. Eine Vielzahl von Anbietern ist noch mit einer Lizenz unterwegs, welche in den letzten Tagen der DDR ausgestellt wurden. Andere machen sich die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union zunutze und haben ihren Unternehmenssitz nach Malta oder Gibraltar verlegt. Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs soll es in Zukunft jedoch deutsche Sportwettenlizenzen geben. Der EuGH hatte das hierzulande geltende staatliche Glücksspielmonopol beanstandet.

Das staatliche Monopol wurde bisher vom Anbieter Oddset ausgeübt und von fast allen Bundesländern ausgeübt. Eine Ausnahme bildete lediglich Schleswig-Holstein. Das Bundesland stellte zwischen Januar 2012 und Februar 2013 eigene Lizenzen aus. Die mehr als 20 Konzessionen wurden an private Anbieter vergeben, die regional tätig sind.

 

Bundesländer unter Druck

Durch das Urteil des EuGH waren die Bundesländer gezwungen den Glücksspielvertrag zu ändern. Dies ist mittlerweile geschehen und es wurde eine gemeinsame Regelung geschaffen, der sich auch Schleswig-Holstein angeschlossen hat. Federführend war das hessische Innenministerium, bei dem für die 20 geplanten Konzessionen mehr als 100 Bewerbungen eingingen. Zu den auserwählten Unternehmen gehören unter anderem Oddset, die DSW sowie der Spielautomatenhersteller Gauselmann mit dem Wettportal CashPoint.

Dagegen gingen führende Sportwettenanbieter wie bet365 oder Tipico leer aus. Einige der übergangenen Unternehmen haben daraufhin Klage eingereicht, mit bis heute ungewissem Ausgang. Bis zu einer endgültigen Entscheidung wurde dem hessischen Innenministerium eine Vergabe der Konzessionen durch das Verwaltungsgericht Wiesbaden untersagt.

 

Aufteilung des Marktes hat bereits begonnen

Je länger Wettanbieter mit ihrem Einstieg warten, desto stärker können sich die jetzigen Online Buchmacher auf dem Markt etablieren. Bereits heute gibt es in Deutschland mehr als eine Million Nutzer. Der Umsatz lag 2015 offiziell bei rund 4,5 Milliarden Euro, was einem 20-prozentigen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Real dürften die Umsätze jedoch weit höher liegen, da die offiziellen Angaben auf Basis der Steuereinnahmen berechnet werden. Zahlreiche Anbieter führen jedoch überhaupt keine Steuern an den deutschen Fiskus ab. Insgesamt nahmen die deutschen Steuerbehörden im letzten Jahr 228 Millionen Steuern an. Solange die deutschen Konzessionen nicht vergeben werden, entgehen dem Staat enorme Steuereinnahmen. Experten schätzen das Marktpotenzial deutlich höher als 4,5 Milliarden Euro ein.


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