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06.12.08 00:00

Island strebt Euro-Einführung an...

Von: (fd)

Wahrzeichen von Reykjavik

Hallgrímskirkja in Reykjavik

Um die Währungsprobleme des Landes zu lösen, zieht die Regierung in Reykjavik die Einführung des Euro in Betracht. Mit dem dafür nötigen Beitritt zur Europäischen Union tut man sich hingegen schwer...

Das von der Finanzkrise gezeichnete Island sucht nach Lösungen für seine Währungsprobleme und zieht dabei auch die Einführung des Euro in Betracht. 

Erweiterungskommissar Olli Rehn äußerte sich zuversichtlich mit den Worten: Island ist als EU-Mitglied willkommen - wie im Übrigen auch schon vor der Finanzkrise. Mögliche Beitrittsverhandlungen könnten sicher in weniger als einem Jahr abgeschlossen werden, gab er sich zuversichtlich.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederholte unterdessen ihren Standpunkt, der Atlantikinsel keine Einführung des Euro ohne einen Beitritt zur EU zu ermöglichen.

Mit Blick auf die Prognosen für das kommende Jahr wächst auch der Druck auf die Regierung des Landes. Experten rechnen mit einer Inflation von 20 Prozent und einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf mehr als 10 Prozent.

Ministerpräsident Geir Haarde gab daher kürzlich bekannt, unter akzeptablen Bedingungen, wäre ein Beitritt Islands zur EU möglich. "Die Bedingungen müssten die Anerkennung unseres nationalen Interesses und unserer nationalen Ressourcen vollständig berücksichtigen."

Gegen den zur Einführung der Gemeinschaftswährung notwendigen Beitritt sträubt sich vor allem die für die Insel sehr wichtige Fischerei-Industrie. Diese befürchtet massive Einschränkungen durch eine Mitgliedschaft.

Die konservativen Selbständigkeitspartei von Ministerpräsident Geir Haarde verlegte unter angesicht der aktuellen Ereignisse ihren für Oktober 2009 geplanten Parteitag auf den 29. Januar vor. Zentrales Thema: die EU. Eine Kommission soll bis dahin einen Bericht über Vor- und Nachteile einer Mitgliedschaft erarbeiten.

Nach einer aktuellen Meinungsumfrage befürworten 70 Prozent der Bevölkerung einen Beitritt zur EU. Gar 72 Prozent wollen auch gleich eine Währungsumstellung und damit den Verzicht auf die nationale Krone, die seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte ihres Werts verloren hat.

 


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