Sie sind gerade hier: News
02.11.14 18:00

Binäre Optionen – Steuern gelten auch hier

 

Der Handel mit binären Optionen erfreut sich weltweit kontinuierlich steigender Beliebtheit. Aufgrund der Besonderheit dieses Derivats waren sich viele Staaten nicht sicher, ob es als Derivat unter den Wertpapierbegriff fällt, oder als Wette, und damit im Bereich Glücksspiel anzusiedeln sei. Zur kurzen Information: Bei einer binären Option erwirbt der Anleger den Basiswert selbst nicht, sondern gibt nur eine Prognose ab, ob der Kurs bis zum Verfallszeitpunkt steigen oder fallen wird, ähnlich einer Sportwette bei einer Sportart, bei der es kein Unentschieden gibt. Die Börsenaufsicht der Mittelmeerinsel Zypern, CySEC, war die erste Behörde in Europa, welche begann, die binäre Optionen Broker zu regulieren. Damit war die Diskussion über die Einstufung vom Tisch, diese Form des Tradens wurde den Derivaten zugeordnet. 

Zypern ist kein Steuerparadies

Die überwiegende Zahl der seriösen Broker hat ihren Sitz auf Zypern, einige in Großbritannien. Die Zahl der deutschen Anbieter ist noch extrem übersichtlich. Der Grund dafür lag in der Regulierung. Für deutsche Trader bedeutet dies jedoch keine Befreiung von der Steuerpflicht. Gewinne aus dem Handel mit Derivaten unterliegen ebenso der Abgeltungssteuer, wie alle anderen Erträge aus Kapitalanlagen auch. Tatsache ist jedoch, dass die ausländischen Broker im Gegensatz zu den hiesigen Finanzdienstleistern die Abgeltungssteuer nicht direkt abführen, sondern dies Sache der Trader ist. Kapitalströme in das Ausland und aus dem Ausland sind durchaus nachvollziehbar. Aus diesem Grund sollte jeder Trader seine Gewinne auch im Rahmen der Einkommensteuererklärung anhand der Kontoauszüge angeben.

Deutsche Broker führen Steuer einmal jährlich ab

Bei Erträgen aus dem Handel mit Wertpapieren oder unterjährigen Zinsgutschriften auf Einlagen wird von den deutschen Banken sofort bei Gutschrift die Abgeltungssteuer an die Finanzbehörden abgeführt. Deutsche Broker im Derivatehandel, binäre Optionen, CFDs und Forex, handhaben dies abweichende. Sie führen die auf alle Gewinne fällige Steuer erst am Jahresende in einer Summe ab. Der Vorteil für den Anleger besteht darin, dass ihm die Steuerschuld faktisch gestundet wird und als Handelskapital über das Jahr hinweg zur Verfügung steht. Er sollte jedoch nicht vergessen, dass er am Ende des Jahres ein ausreichendes Guthaben auf dem Handelskonto unterhält, damit der Broker die Gelder an das Finanzamt abführen kann. Die Börse hat ihre eigenen Gesetze. So kommt es durchaus vor, dass ein Trade, trotz aller positiven Voraussetzungen auch einmal zu Verlusten führen kann. Wichtig für die Steuererklärung ist, dass den Gewinnen auch alle Verluste gegenübergestellt werden. Andernfalls würden diese nicht berücksichtigt, obwohl sie die zu versteuernden Erträge mindern.


Schreiben Sie einen Kommentar

Um einen Kommentar zu diesem Beitrag abzugeben, loggen Sie sich bitte ein.