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01.04.15 09:00

Binäre Option – Lukratives Investment oder gefährliches Börsenspiel?

 

Der Markt für Finanz-Derivate wurde vor Kurzem auch in Deutschland um eine Variante erweitert. Mit binären Optionen können nun auch private Anleger wie echte Börsenprofis zocken. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder es gibt einen großen Gewinn oder das eingesetzte Kapital ist verloren. Doch was genau sind Binäre Optionen?

 

Alles oder nichts heißt die Devise

Optionen bei denen es nur die Auswahl zwischen Alles oder nichts gibt, werden unter Branchenexperten auch als „Cash or Nothing“ bezeichnet. Bei binären Optionen, die auch als digitale Optionen bezeichnet werden, gibt es bezüglich Gewinn und Verlust in der Regel keine Abstufungen. Wer beispielsweise auf den Anstieg des DAX setzt, erhält bei richtiger Vorhersage eine Rendite von 80 Prozent und mehr. Liegt der Trader mit seiner Prognose falsch, kommt es zu einem Totalverlust.

Binäre Optionen besitzen in der Regel nur zwei Varianten. Trader können darauf wetten ob der Kurs eines Basiswerts bis zum Verfallszeitpunkt sinken oder steigen wird. Diese Einfachheit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Finanzinstrument immer beliebter wird.

 

Trader vs. Broker

Bei binären Optionen werden ähnlich wie CFDs keine realen Wertpapiere wie Aktien, Zertifikate oder Anleihen gehandelt. Stattdessen wird quasi eine Wette abgeschlossen, bei welcher der Broker die Rolle des Buchmachers annimmt. Der Trader wettet darauf ob ein Kurs steigen oder fallen wird. Gewinnt er gibt’s den Einsatz plus Rendite zurück. Ist die Vorhersage falsch streicht der Broker den eingesetzten Betrag ein.

 

Unter den seriösen Anbietern tummeln sich auch schwarze Schafe

Mittlerweile gibt es eine Reihe von seriösen und zuverlässigen Brokern, die innerhalb der Europäischen Union durch eine Finanzaufsicht reguliert werden. Dazu finden sich auf dem Markt für binäre Optionen immer wieder auch höchst undurchsichtige Angebote. So werben viele Broker auf ihren Webseiten mit extrem hohen Gewinnen bei vergleichbar geringen Einsätzen. Als besonderen Bonus wird im Verlustfall mit einer Rückzahlung von bis zu 15 Prozent des eingezahlten Betrags geworben.

Bei einem Blick auf die Differenz von maximalem Gewinn und möglichen Verlust zeigt sich dann jedoch ein anderes Bild. Beim Broker Anyoption beträgt die Rendite im Höchstfall „nur“ 71 Prozent. Trader müssen als weitaus häufiger richtig als falsch liegen, wenn sie dauerhaft einen Gewinn erzielen möchten.

 

Was sagt die Regulierung über Seriosität aus?

Immer öfter wird auch mit einem Sitz in Deutschland geworben, was dem Trader Sicherheit signalisieren soll. Heißt der Broker dann noch „Banc de Swiss“ und finden sich auf der Webseite schneebedeckte Berggipfel wird der Anschein erweckt es handelt sich hier tatsächlich um ein Schweizer Unternehmen. Bei einem Blick ins Impressum wird dann klar, dass der Mutterkonzern auf Zypern ansässig ist.

Um in Deutschland binäre Optionen anbieten zu können reicht nach Auskunft der BaFin eine Zulassung innerhalb der EU völlig aus. Eine Regulierung durch die deutsche Finanzaufsicht findet dabei jedoch nicht statt. Hat der Broker hierzulande einen Zweitsitz beschränkt sich deren Kontrolle auf eine Prüfung der Adresse. Es rechtlich sogar umstritten ob Finanzwetten wie binäre Optionen überhaupt anmeldepflichtig sind. Im Kreditwesengesetz (KWG) finden sich hierzu keine genauen Aussagen.

Auf dem Webportal der BaFin finden sich Listen über die registrierten Finanzdienstleister. Dabei schützt eine Regulierung nicht zwangsläufig auch vor einem Zahlungsausfall. Bestes Beispiel hierfür ist der Broker FXdirekt. Das Unternehmen musste aufgrund einer Überschuldung Insolvenz anmelden. Glücklicherweise gehört die FXdirekt Bank AG der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) an, sodass die Anleger zum großen Teil entschädigt werden konnten.


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