Polen ist sich mittlerweile nicht mehr sicher, ob der Euro als Einheitswährung zum gegebenen Zeitpunkt Vorteile für das Land bringen wird
Die EU-Schuldenkrise macht auch vor den neuen Währungsbeitrittskandidaten nicht halt. Bulgarien hatte vor, den Euro bald einzuführen. Nun soll die Einführung nach hinten verschoben werden.
Seit über 135 Jahren ist die Dänische Krone nun die offizielle Währung Dänemarks und deren autonomen Provinzen Grönland und Färöer. Als Mitgliedsland der Europäischen Union ist Dänemark damit als Nicht-Euro-Land eine Ausnahme.
In Großbritannien wird es in naher Zukunft weiterhin zu keiner Einführung des Euro kommen. Der britische Premier David Cameron antwortet, auf Fragen der Süddeutschen Zeitung, dass Großbritannien seine kritische Distanz zum Euro beibehält. Damit zieht Großbritannien eine zeitnahe Euroeinführung nicht in Betracht.
In Polen wurde zu Beginn des Jahres die Mehrwertsteuer auf 23 Prozent angehoben. Die Regierung in Warschau will damit der steigenden Staatsverschuldung entgegenwirken und die Staatskasse retten. Dieser Beschluss wird bis zum 31.12.2013 in Kraft bleiben.
In Tschechien wird es, unter der jetzigen Regierung, vorerst zu keiner Euroeinführung kommen. Der tschechische Außenminister sieht von einer nahen Einführung aufgrund der derzeitigen Krise ab. Frühestens 2015 könnte die tschechische Krone gegen den Euro eingetauscht werden.
Europa blickte zum Jahreswechsel mit einem glücklichen, aber wachen Auge auf Estland. Der kleine baltische Staat, zwischen Ost- und Westeuropa, tauschte Anfang Januar die Estnische Krone gegen den Euro ein. Damit ist Estland das 17. Land, welches den Euro einführt.
Die Einführung des Euro in Polen gerät in immer weitere Ferne. Das Ziel von Ministerpräsident Donald Tusk, den Euro im Jahr 2012 einzuführen, ist heute nicht mehr realisierbar. Auch der Spagat zwischen den europäischen Interessen und der Meinung des Volkes über die geplante Einführung gilt als Herausforderung.
Am Dienstag begann die finnische Münzprägestätte, die Rahapaja Oy in Vantaa, mit der Herstellung der estnischen Euromünzen, die ab 1. Januar 2011 in den Umlauf gelangen werden. Hierbei handelt es sich um die Produktion von ca. 194 Millionen Münzen – eine Produktionsmenge, die in etwa der zypriotischen oder auch der luxemburgischen, bei deren Euroeinführung, entspricht.
Am 12. Mai legte EU-Währungskommissar Olli Rehn den Konvergenzbericht der EU für das Jahr 2010 vor. Darin werden die aktuellen Bemühungen und tatsächlichen Fakten zur Übernahme des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel in jedem EU-Mitgliedsland überprüft.