Sie sind gerade hier: Anwärter » Andorra

 

Länderinfos

Hauptstadt:Andorra La Vella
Amtssprache:Katalanisch
Fläche:468 km²
Einwohnerzahl:71.822
Währung:Euro (unilateral)

News

Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Andorra

Kurz und kompakt:

Nach Ansicht der EU verwendet Andorra den Euro zwar schon „de facto“, aber nicht „de iure“. Das hat sich mit Anbruch des Jahres 2014 geändert. Seit dem 01.07.2013 darf auch das kleine Fürstentum seine eigenen Münzen prägen. Bereits seit 2004 verhandelte Andorra mit der Europäischen Union über den Abschluss einer Währungsvereinbarung, die auch die Prägung eigener Münzen beinhalten sollte. Im Jahr 2014 wurden die ersten eigenen Euromünzen ausgegeben.

Andorra ist kein EU-Mitglied und gilt daher als Steuerparadies. Um der Union beitreten zu dürfen, ist die Lockerung des Bankgeheimnisses und auch die Betrugsbekämpfung von Nöten. Das Fürstentum will auch national durch entsprechende Gesetzgebung illegale Finanzgeschäfte verhindern.

 

Ausführliche Informationen:

Problematisch für Andorra ist (anders als bei Monaco, San Marino oder dem Vatikan), dass es zum Zeitpunkt der Euroeinführung in seinen Nachbarstaaten Frankreich und Spanien über keine Währungsunion mit diesen verfügte. Der französische Franc und der spanische Peseta waren bis zur Einführung des Euros in beiden Ländern im Jahre 2002 die offiziellen Zahlungsmittel. Diese wurden ebenfalls durch den Euro abgelöst.

Am 11. Oktober 2000 wurde daher in Andorra ein Gesetz verabschiedet, welches die offizielle Einführung des Euro, sowie dessen Status als gesetzlichen Zahlungsmittels zum 1. Januar 2002 im Land sicherstellte.

Das Fürstentum gehört damit zu jenen Drittländern, die den Euro faktisch, jedoch ohne Zustimmung der Gemeinschaft, verwenden und somit unilateral einführten.

Die andorranische Regierung beantragte am 15.Juli 2003 den Abschluss einer Währungsvereinbarung mit der EU. Damit kann das Land künftig die Gemeinschaftswährung auch „de iure“ als offizielles Zahlungsmittel nutzen und eigene Euro-Münzen prägen.

Da ein ausgewogenes Währungsabkommen mit Andorra nach Ansicht der EU-Kommission Vorteile für beide Parteien bietet, nahm der Rat im Oktober 2004 die Verhandlungen mit dem Kleinstaat auf.

Marc Forné, damaliger Regierungschef, war recht zuversichtlich spätestens 2006 erste Euromünzen aus Andorra im Umlauf finden zu können. Um diese zum frühsten möglichen Zeitpunkt prägen zu können, wollte das Land Anfang 2005 letzte Hürden nehmen.

Doch noch bevor das Abkommen im Frühjahr 2005 ratifiziert werden konnte, legte die Europäische Union die Verhandlungen auf Eis. Grund für die Verhandlungspause war, dass die Regierung des Landes nicht allen Forderungen der EU nachkommen wollte. So musste das Fürstentum seine ungebräuchliche Pseudowährung Diner, die vormals an den französischen Franc gekoppelt war, abschaffen und das Steuerrecht in einigen Punkten anpassen. Bis heute werden viele Rechnungen sowohl in Diner als auch in Euro ausgewiesen.

Bei einem Treffen des damaligen andorranischen Finanzministers Ferran Mirapeix mit EU-Kommissar Joaquin Almunia am 21. November 2006, vereinbarte das Fürstentum mit der Europäischen Union, im darauf folgenden Jahr weitere Verhandlungen führen zu wollen, um die Prägung eigener Euromünzen ab dem 1. Januar 2009 zu erreichen. Die Verhandlungen dauerten weiter an und ein Ende war nicht abzusehen.

Vor allem gegen die Lockerung des Bankgeheimnisses sträubte sich die Regierung in Andorra la Vella. So erklärte Andorras damaliger Außenminister Juli Minoves Triquell, dass man eine stärkere Überwachung des nationalen Finanzsystems nicht so einfach hinnehmen könne.

In Punkto „Aufhebung der Steuerfreiheit“ gab es jedoch 2006 Bewegung. Das Land führte die Unternehmens- und Mehrwertsteuer ein. Grund für die Reform sollen angeblich die spärlichen Einnahmen in der so wichtigen Tourismusbranche sein.

Bisher erhielt Andorra seine Euro von der spanischen Nationalbank. Seitdem 01. Juli 2013 darf Andorra nun seine eigenen Münzen prägen, der Betrag wurde für 2013 auf 2.342.000 Euro festgelegt. In Zukunft ist der Zwergstaat berechtigt auch eigene Euro-Sammlermünzen zu prägen.