
| Hauptstadt: | Andorra La Vella |
|---|---|
| Amtssprache: | Katalanisch |
| Fläche: | 468 km² |
| Einwohnerzahl: | 71.822 |
| Währung: | Euro (unilateral) |
Keine Nachrichten in dieser Ansicht.
Nach Ansicht der Gemeinschaft verwendet Andorra den Euro zwar »de facto« aber nicht »de iure«. Seit 28. Oktober 2004 verhandelt das Fürstentum daher mit der Union über den Abschluss einer Währungsvereinbarung, die u.a. die Prägung eigener Euromünzen beinhalten würde.
Andorra führt seit mehreren Jahren diesbezügliche Verhandlungen mit der EU, bislang allerdings ohne Ergebnis. Die Aussichten sind jedoch mehr als schlecht, da die Regierung des Landes den Forderungen der EU nicht in allen Punkten gerecht werden will. Beispielsweise steht die Forderung einer schärferen Bankenkontrolle für den als Steuerparadies geltenden Zwergstaat im Raum.
Problem für Andorra ist (anders als bei Monaco, San Marino oder dem Vatikan), dass es zum Zeitpunkt der Euroeinführung in Frankreich und Spanien - dessen früheren nationalen Währungen nebeneinander gebräuchliches Zahlungsmittel im Fürstentum waren - über keine Währungsunion mit diesen verfügte.
Am 11. Oktober 2000 wurde daher in Andorra ein Gesetz verabschiedet, welches die offizielle Einführung des Euro, sowie dessen Status als gesetzlichen Zahlungsmittels zum 1. Januar 2002 im Land sicherstellte.
Das Fürstentum gehört damit zu jenen Drittländern, die den Euro de facto, jedoch ohne Zustimmung der Gemeinschaft verwenden, und somit unilateral eingeführt haben.
Die Regierung in Andorra beantragte auf Grund dessen am 15. Juli 2003 den Abschluss einer Währungsvereinbarung mit der Europäischen Gemeinschaft. Damit könnte das Land künftig die Gemeinschaftwährung »de iure« als offizielles Zahlungsmittel nutzen und eigene Euro-Münzen prägen.
Da ein ausgewogenes Währungsabkommen mit Andorra nach Ansicht der EU-Kommission Vorteile für beide Parteien bietet, nahm der Rat im Oktober 2004 die Verhandlungen mit dem Kleinstaat auf.
Marc Forné, damaliger Regierungschef, war recht zuversichtlich spätestens 2006 erste Euromünzen aus Andorra im Umlauf finden zu können. Um diese zum frühest möglichen Zeitpunkt prägen zu können, wollte das Land Anfang 2005 letzte Hürden nehmen.
Doch noch bevor das Abkommen im Frühjahr 2005 ratifiziert werden konnte, legte die Europäische Union die Verhandlungen auf Eis. Grund für die Verhandlungspause war, dass die Regierung des Landes nicht allen Forderungen der EU nachkommen wollte. So muss das Fürstentum seine ungebräuchliche Pseudowährung Diner, die vormals an den französischen Franc gekoppelt war, abschaffen und das Steuerrecht in einigen Punkten anpassen. Bis heute werden viele Rechnungen sowohl in Diner als auch in Euro ausgewiesen.
Bei einem Treffen des andorranischen Finanzministers Ferran Mirapeix mit EU-Kommissar Joaquin Almunia am 21. November 2006, vereinbarte das Fürstentum mit der Europäischen Union, im darauf folgenden Jahr weitere Verhandlungen führen zu wollen, um die Prägung eigener Euromünzen ab dem 1. Januar 2009 zu erreichen. Die Verhandlungen dauern weiter an und ein Ende ist bisher nicht abzusehen.
Vor allem gegen die Lockerung des Bankgeheimnisses sträubt sich weiterhin die Regierung in Andorra la Vella. So erklärte Andorras Außenminister Juli Minoves Triquell, dass man eine stärkere Überwachung des nationalen Finanzsystems nicht so einfach hinnehmen könne.
In Punkto »Aufhebung der Steuerfreiheit« gab es jedoch 2006 Bewegung. Das Land führte die Unternehmens- und Mehrwertsteuer ein. Grund für die Reform sollen angeblich die spärlichen Einnahmen in der so wichtigen Tourismusbranche sein.
Andorra möchte eine Gleichstellung mit San Marino erreichen und somit ein jährliches Prägevolumen in Höhe von 4 Mio. Euro von der Gemeinschaft erhalten. Bisher erhält das kleine Land seine Euros von der spanischen Nationalbank.